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Eine Erfolgsgeschichte der Vielfalt: Niederländische Stadt engagiert polnische Psychologieexperten – Utrecht, Niederlande

BEWÄHRTE PRAKTIKEN Begrüßung und soziale Integration

Im Herbst 2011 war die Stadt Utrecht in einer zwiespältigen Situation. Abgewiesene Asylsuchende gingen auf die Straße und polnische Langzeitstadtstreicher arbeiteten mit den abgewiesenen somalischen Asylsuchenden zusammen. Es gab Anzeichen für patrouillierende Banden, ausgerüstet mit Baseballschlägern, Messern und Gerüchten zu Folge sogar mit Schrotflinten. Als die Stadt zu diesem Zeitpunkt vom Erfolg einer gewissen polnischen Organisation, genannt „Barka“ hörte, stellte sie umgehend eine Untersuchung darüber an, ob diese Organisation bei der Bewältigung der Situation behilflich sein könnte. Barka wurde vom polnischen Psychologen Thomasz Sadowski kurz nach der Wende gegründet, der auf lange Erfahrung in psychiatrischen Kliniken und Haftanstalten zurückblickt und begriff, dass das neue Sozialsystem dazu neigt, neue Lösungen für Stadtstreicher und gefährdete Gruppen, den unerwünschten der Gesellschaft, langsam zu institutionalisieren. Deshalb gründete er 1989 ein erstes Haus für gemeinschaftliches Wohnen, welches so erfolgreich war, dass es bis jetzt auf 20 große Gemeinschaften expandiert ist. 

Im Jahr 2012 wurde ein erstes „Reichweitenteam“ von Barka durch die Stadtregierung engagiert. Die Philosophie von Barka wird charakterisiert durch eine raffinierte Mischung früherer Ideologie und moderner Psychologie. Der Leiter des Teams war einst selbst Obdachloser und hat einen geschulten Psychologen oder Sozialarbeiter als Assistenten. Hier wird nicht nach dem traditionellen westeuropäischen Stil gearbeitet, ein geschulter Psychologe arbeitet bei Barka auf gleicher Ebene wie ein reintegrierter Landstreicher. Barka benutzt nicht das negative Wort „Rückkehr“, sondern ein besseres, „Wiederverbindung“. Wenn sich eine Person nicht an ein neues Land anpassen kann, könnte es ihm nützen, sich wieder mit seinem Ursprungsland zu verbinden. Und genau das ist es, was Barka tut. Barka schafft für Personen, die mit der Obdachlosigkeit oder schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Situationen konfrontiert sind, Möglichkeiten. Es gibt ein Soziales Wirtschaftszentrum, dass MigrantInnen/-en auf dem Weg zu wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Rehabilitation und Integration im aufnehmenden Land unterstützt. Einige der Teilnehmer am Programm für Führungskräfte von Barka sind selbst Anführer geworden und in Projekten von Barka Stiftungen in mehreren Ländern angestellt oder haben ihre eigenen Initativen begründet und helfen nun anderen. 

Seit das polnische Team seine Arbeit in Utrecht aufgenommen hat, hat Barka fast 400 Menschen mit ihren Familien oder Barka-Gemeinschaften in Polen „wiederverbunden“. Unter diesen sind schwer suchtkranke Männer, Opfer von Menschenhandel und psychiatrische Patienten, gefangen in der Schwebe. Thomasz Sadowski arbeitet derzeit mit afrikanischen Organisationen daran, gesellschaftswirtschaftliche und integrative Projekte basierend auf den Erfahrungen von Barka und Modellen in afrikanischen Ländern, die wie einst Polen, auf dem Weg sind eine neue politische und soziale Realität zu schaffen. Sadowski ist der Meinung, dass in Afrika wieder einmal die Verletzlichsten die geringsten Chancen haben werden. Deshalb arbeitet er jetzt gemeinsam mit Afrikanern, die das Modell „Barka“ selbst ansprechend finden und die Formel des Barka-Partnerschaftsprojekts, seiner Gemeinschaften und anderer Erfahrungen in einigen afrikanischen Ländern anzuwenden. Dieser Schritt stimmt die niederländische Stadt Utrecht zuversichtlich, dass in Zukunft afrikanische Organisationen, inspiriert von der Arbeit der polnischen Vereinigung Barka verloren geglaubte Afrikaner mobilisieren und sie mit ihren modernisierten Ursprungsgemeinden in Afrika wiederverbinden können.